deutsche und internationale Z-Segmente-Register

HL7 Deutschland


Datensätze nach GSG

Nach dem Gesundheitsstrukturgesetz muß zukünftig zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen ein kontinuierlicher Datenaustausch mit Übermittlung patientenbezogener Daten bei der Aufnahme, bei Verlängerung des Aufenthalts, bei der Entlassung und zur Abrechnung der Behandlung erfolgen. Die Inhalte der Datensätze sind in § 301 GSG bzw. § 267 eindeutig festgelegt. Nach anfänglicher Verwendung einer noch an der Lochkarte orientierten Struktur der Daten wurde im weiteren Verlauf der Diskussionen auf eine nunmehr nachrichtenorientierte Struktur übergegangen, die die Anpassung an die Syntax gängiger Austauschformate erlaubt.

Für den Austausch der Daten zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen sind zunächst Datenträger vorgesehen. In der weiteren Entwicklung soll die Kommunikation über Datenleitungen unter Verwendung der EDIFACT Syntax erfolgen, die auf dem in öffentlichen Netzen angebotenen Standard X.400 aufbaut und die die verfügbaren Dienste voll nutzen kann. Für die Übertragung soll die jetzt beschlossene Datenstruktur unmittelbar in das EDIFACT Format abgebildet werden. Da die Vorteile von EDIFACT in öffentlichen Netzen zweifellos überwiegen, sind für diesen Bereich keine weiteren Planungen im Rahmen der HL7 Benutzergruppe notwendig.

Dagegen muß davon ausgegangen werden, daß die nach § 301 und für die Pflegedokumentation nach § 267 GSG benötigten Daten auch innerhalb der Klinik zwischen verschiedenen Anwendungssystemen kommuniziert werden müssen, da z. B. die Daten in einem System erhoben, in einem anderen aber an die Krankenkassen übermittelt wird. Hierfür sind zwei Scenarios denkbar, die bezüglich der Anwendung des HL7 Interfaces zu unterschiedlichen Konsequenzen führen.

 

Scenario 1

Sehr häufig werden die nach GSG erforderlichen Daten in einem zentralisierten Patientenverwaltungssystem erhoben und gespeichert, das von allen mit der Erhebung und Verwaltung von Patientendaten befaßten Arbeitsplätzen des Klinikums unmittelbar erreicht werden kann. In einer derartigen Umgebung werden für die Übermittlung der GSG-Daten keine zusätzlichen Nachrichtendefinitionen benötigt.

 

Scenario 2

In vielen Systemen werden die GSG-Daten dezentralisiert erfaßt, aber von einem System zentral an die Krankenkassen übermittelt. Dieses System wird in der Regel auf weitere Datenbanken wie Stammdaten etc. zugreifen können. Die Erfassung der Daten erfolgt jedoch in unabhängigen Subsystemen, von denen die für die Kommunikation mit den Krankenkassen benötigten Daten an den zentralen GSG-Server übermittelt werden müssen. Für den internen Austausch der Daten müssen deshalb entsprechende Nachrichten definiert werden.

Auch hier boten sich zwei Wege an. Grundsätzlich wäre es möglich gewesen, die nach § 301 definierten Datensätze und Segmente in eigenen, nationalen Z-Nachrichten und Z-Segmenten im HL7 Format abzubilden. Dies hätte jedoch zu einer Reihe von Nachrichten und Segmenten geführt, die außerhalb des gegenwärtigen Standards stehen.

Die HL7 Benutzergruppe hat deshalb den zweiten Weg bevorzugt, bei dem versucht wurde, die nach den § 301 und 267 geforderten Daten soweit wie möglich in den gegenwärtigen Nachrichten- und Segmentstrukturen abzubilden. Dabei hat sich gezeigt, daß zur vollständigen Übermittlung der Daten nur wenige nationale Z-Segmente notwendig sind, wohingegen die Struktur der Aufnahme- und Entlassungsdatensätze weitgehend genutzt werden kann. Die nachfolgende Aufstellung zeigt die Daten aus den HL7 Segmenten, die für die GSG-Nachrichten benötigt werden und die zugehörigen GSG Segmente.

Die neuen Z-Segmente werden an bereits vorhandendene Nachrichten angefügt, wobei jedoch für die Auslösung der Übermittlung neue Trigger-Events definiert wurden. Derartige Nachrichten werden auch von Systemen verstanden, die die neuen Definitionen nicht kennen, da nach den HL7 Encoding Rules unerwartete oder unbekannte Segmente ignoriert werden und nicht zu Fehlermeldungen führen

Die vorgesehenen GSG-Nachrichten und die zu Ihrer Erstellung notwendigen HL7 Segmente werden nachfolgend beschrieben. Sie sollen als Implementierungsanleitung dienen.

Als GSG-Feldbezeichnung wurden die im GSG bzw. in den Datenübermittlungsvereinbarungen verwendeten Bezeichnungen benutzt, die nicht immer mit der deutschen Übersetzung der HL7-Items übereinstimmen müssen.

Eventuell aufgedeckte Fehler oder Inkonsistenzen bitten wir umgehend an die Geschäftsstelle der HL7 Benutzergruppen in Deutschland e.V. zu übermitteln