|
|
 |
| |
|
Bericht über Lake Buena Vista (2011/5)
|
|
Bericht über das Working Group Meeting in Orlando Mai 2011Frank Oemig (Ed.), Kai Heitmann
Das
Working Group Meeting in Orlando hat wieder deutlich mehr Besucher angelockt als Sydney. Dennoch hatten wir den Einddass nicht so sehr viele Teilnehmer gekommen sind.
AllgemeinesAustin Kreisler und Keith Boone ersetzen Charlie McKay, Stan Huff, Ken Lunn und Linda Fischetti im Vorstand von HL7 International.
Puerto Rico kann als neues Affiliates begrüßte werden. HL7 Bosnien & Herzegowina befindet sich weiter in der Prüfung, d.h. die Interviews stehen kurz bevor. Bangladesh, Costa Rica und Slowenien haben Interesse bekundet.
Im Mai 2012 wird das Meeting nun nicht in Paris stattfinden. Statt dessen hat sich HL7-Kanada bereit erklärt, es in Vancouver auszurichten. Jetzt wird überlegt, im Mai 2013 das Meeting in Frankreich abzuhalten.
Affiliate Agreement
Sehr viel Zeit hat die Diskussion um und die Arbeit an dem neuen Affiliate Agreement eingenommen. Hier konnte aber eine zufriedenstellende Lösung erreicht werden, die jetzt dem Vorstand und dann auch allen Affiliates zur Kommentierung vorgelegt wird. Als problematisch wurde angesehen, dass alle nur noch bei HL7 International Mitglied werden sollten bzw. die einzelnen Affiliates keine Sublizenzrechte mehr hätten vergeben dürfen. Damit hätte es für die einzelnen Affiliates genaugenommen keine Existenzberechtigung mehr gegeben. Umgekehrt ist nicht sichergestellt, dass alle jetzigen Mitglieder bei einer amerikanischen Organisation Mitglied werden dürfen.
IHICVor dem diesjährigen Mai Working Group Meeting in Orlando fand am selben Ort die 12. IHIC statt. Diesmal mit einem etwas anderen Konzept: Es gab die
gleiche Anzahl von eingeladenen Redner (jeweils 30min) und eingereichten
wissenschaftlichen Arbeiten (15min). Ingesamt haben 50 Personen teilgenommen.
Es war die erste IHIC auf US-Boden und – wahrscheinlich durch eine etwas verspätete Ankündigung des Tagungsprogramms – mit ca. 70 Teilnehmern nur mäßig besucht. Allerdings wurden eine ganze Reihe hervorragender Präsentationen in den zwei Tagen gegeben (siehe http://www.hl7.org/events/ihic2011/papers.cfm).
Erstmals konnte auch der Joachim Dudeck Award verliehen werden. Der Preis wurde im vergangenen Jahr in Erinnerung an Joachim Dudeck ins Leben gerufen, der 2010 unerwartet verstarb. Die Auszeichnung ist jungen Wissenschaftlern und Praktikern vorbehalten und ging dieses Mal an Mario Cortéz aus Kolumbien.
Working Group Health
HL7 International hat einen sogenannten Working Group Health Status eingeführt, mit dem man die Aktivitäten und damit die "Gesundheit" der einzelnen Gruppen messen möchte. Hiernach befindet sich ca. die Hälfte im grünen Bereich.Education Committee
Neben den üblichen Planungen von bekannten und neuen Themen von Workshops und vor allem Tutorials auf den Working Group Meetings und den so genannten Educational Summits wurden Möglichkeiten erörtert, wie man in Zukunft auf internationale Tutorials fördern kann. In diesem Lichte erschien auch die Zertifizierung von “offiziellen” HL7-Tutorials und den Sprechern ein wichtiges Thema. Auf dem Working Group Meeting in Orlando wurden wieder ca. 25 Tutorials gehalten.Structured DocumentsBreiten Raum nahm das Verfahren zur Auflösung der Kommentare ein, die zum “Implementation Guide for CDA Release 2.0 – Consolidated CDA Templates (US Realm)” der Clinical Document Architecture eingegangen waren. Zwar sind die Consolidated CDA Templates eine US-zentrierte Spezifikation – gemeinsam entwickelt von Health Level Seven (HL7), Integrating the Healthcare Environment (IHE), the Health Story Project, und dem Office of the National Coordinator (ONC) innerhalb des US Department of Health and Human Services (HSS) im Rahmen des US Standards and Interoperability (S&I) Framework – doch ist zu erwarten, dass die dort vorgeschlagenen Festlegungen auch Auswirkung auf internationale Leitfäden haben. Zum einen wurden Vorgaben vorgestellt, die sich auf die Notation von Templates für CDA beziehen. Hier werden z. B. die Zusammenhänge der Templates, deren textliche Wiedergabe im Leitfaden und Anbindung von Vokabularien (Value Sets) an Attribute beschrieben. Des Weiteren sind eine ganze Anzahl so genannter Section und Entry (Clinical Statements) Level Templates ausgearbeitet und abgestimmt worden, die in dieser oder angepasster Form auch bedeutsam für nicht US-Leitfäden sein können.
So wurde SD die Vocabulary Binding Syntax vorgestellt, die gemeinsam von IC und Vocabulary erarbeitet wurde. SD möchte hier aber eine kürzere natürlichsprachliche Darstellung haben. Umgekehrt hat SD die neuen Implementation Guides als Ergebnis der IG Harmonisation Projects an einem Beispiel vorgestellt. Hier werden die Conformance Statements aus der Datenbank generiert. Dafür müsste es genaugenommen ebenfalls eine spezielle Grammatik geben.
Patient Care
Einer der Hauptaktivitäten der Patient Care Gruppe waren die Vorbereitungen zum Abstimmungsverfahren für den Normativen Standard. Der Draft Standard for Trial Use (DSTU) muss nach einer Frist zu einem normativen Standard werden. Dazu wurden bereits im vergangenen Jahr Änderungsanträge und Verbesserungsvorschläge gesammelt. Vornehmliches Anliegen war die Übernahme der Clinical Statement Patterns (CS) in alle Care Provision Modelle. Es wurde beschlossen die CS als Common Message Element Type (CMET) gänzlich und unverändert zu übernehmen. Außerdem wurde festgelegt, dass mit der neuen Abstimmungsrunde das neueste RIM und die Datentypen Release 2 Grundlagen werden. Die bisher bei Patient Care erstellten abgeleiteten Modell wie Allergien und Unverträglichkeiten, Assessment Scales (Scores) und Care Plan erfahren entsprechende Anpassungen. Im Wesentlichen soll als Einschränkungsmechanismus für die CS auch auf Templates gesetzt werden, also im Prinzip das gleiche Verfahren, wie es bei CDA schon seit einiger Zeit zur Anwendung kommt. Erschwerend für die Gruppe kommt hinzu, dass sie über keinen Modelling und Publishing Facilitator verfügte. Dieser Missstand konnte in Orlando aber schließlich insofern beseitigt werden, als dass sich Freiwillige fanden, die diese wichtige Aufgabe zur Erstellung des neuen Abstimmungsverfahrens übernehmen.
Templates
Nachdem sich die Templates Gruppe eine geraume Zeit mit dem Metamodell zu Template Registries beschäftigt und nahezu fertiggestellt hat, ging es in Orlando auch um die Neuauflage des Draft Standard for Trial Use für die Templates selbst. Der Templates DSTU ist vor einigen Jahren entwickelt, aber kaum angewendet worden. Das liegt möglicherweise auch daran, dass die damaligen abgedeckten Erfordernisse nicht den tatsächlichen entsprachen. Inzwischen hat man in einer ganzen Reihe von Projekten dazu neue Erkenntnisse gewonnen. Es wurde das neue Project Scope Statement für die Erneuerung des Standards für das Template Format beschlossen. Interessant dürfte diese Re-Spezifikation jedenfalls werden, denn zwischenzeitlich haben mehrere Gruppen innerhalb und außerhalb von HL7 Möglichkeiten der Einschränkungen von Version 3 XML Instanzen (CDA und Nachrichten) entwickelt, die den Vorgaben und Erfordernissen mehr entsprachen, als der ursprüngliche DSTU. Es ist zu erwarten, dass die neue Notation der HL7 Templates gänzlich und ausschließlich auf dem Model Interchange Format (MIF) basieren wird. Dies ist ein Vorgehen, dass auch innerhalb von HL7 nicht einhellige Zustimmung findet, aber im Lichte der jetzigen Tooling-Umgebung und den entsprechend neu definierten Anwendungsfällen für Templates wird dies sicher die Hauptvorgehensweise darstellen.Conformance & Implementation
Als wichtigsten Punkt kann vermeldet werden, dass das neue Mission & Charter Statement sowohl in der Gruppe als auch in der Foundation & Technology Steering Division angenommen wurde. Hierbei wurde die Aufgabentrennung zu RIMBAA und Tooling /ITS besser geregelt. Als Konsequenz daraus hat die Gruppe einen neuen Namen bekommen: Conformance and Guidance for Implementation/Testing Workgroup.
Als weitere Arbeitsergebnisse wurden die Vorschläge für v2.8 diskutiert. Hierzu gehört bspw. das Testing Framework (Assessments), d.h. welche konkreten Ergebnisse Konformanztests haben sollen, und die Documentation Hierarchy als Qualitätsmerkmale für Schnittstellendokumentationen.
Eine längliche Diskussion ist die Fragestellung, wie mit den Konformanzindikatoren insbesondere aus Sicht der Sender und Empfänger umgegangen werden soll. Derzeit ist es für Empfänger erlaubt, "required Elements" komplett zu ignorieren. Damit machen aber Profile für Empfänger keinen Sinn mehr, da ein Empfänger konformität deklarieren kann, egal welche Informationen ignoriert werden. Im Extremfall wird gar nichts realisiert.
Vocabulary
Es wurde diskutiert, ob man zur Angeleichung von v2 und V3 den Codesytemen in v2 nicht eine eindeutige OID zuweisen kann. Hier spielen verschiedene Aspekte eine Rolle: Concept Domains (Tabellen in v2), Codesysteme und Value Sets.
Tooling
Die Gruppe hat sich bisher nur um Tools für HL7 V3 gekümmert. Die Messaging Workbench (MWB) war bisher außen vor. Hinzu kommt, dass Pete die Wartung nicht länger übernehmen kann.
Publishing
Hier wurde diskutiert, ob die Gruppe sich nicht auftrennen sollte: Publishing für v2 und V3. Dies wurde aber abgelehnt.
« Zurück
|
| |
|
|
|
 |