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Bericht über Phoenix (2010/1)
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Frank Oemig (Ed.), Rene Spronk, Sylvia Thun, Kai Heitmann
Vom 14.01.-23.01.2010 fanden die gemeinsamen Arbeitsgruppentreffen der Standardisierungsorganisationen „Health Level 7“ (HL7), ISO, CEN und Clinical Data Interchange Consortium (CDISC) in Phoenix, USA statt. Mit knapp über 550 Teilnehmern war es gut besucht.
Von deutscher Seite waren mit Bernd Blobel, Christof Geßner, Heinz König, Jobst Landgrebe, Martha Jaremek, Sylvia Thun, Kai Heitmann und Frank Oemig insgesamt acht Teilnehmer vertreten. Dazu kommen noch Beat Heggli (CH) und René Spronk (NL), die auch in der deutschen Szene aktiv sind. René hat diesmal tatkräftig die norwegische Delegation unterstützt, die zum ersten Mal vertreten waren und gleich mit acht Personen angereist waren. Norwegen beabsichtigt, baldmöglichst Affiliate zu werden.
Es existieren Kooperationen u.a. mit den Organisationen IHTSDO, GS1, NCPDP, ASTM X12, NLM, ANSI, HITSP, IHE. Ca. 500 Experten aus diesen Bereichen und vor allem von amerikanischen Behörden und der IT-Industrie arbeiten zusammen an der Erstellung von internationalen IT-Standards für das Gesundheitswesen.
Neuer Chair HL7 InternationalSeit dem 1. Januar ist Bob Dolin der neue Vorsitzende von HL7 International. Er ist für zwei Jahre gewählt.
InternationalisierungEin wichtiger Schritt ist die Umgestaltung von "HL7 Inc." zu "HL7 International". Damit soll die Akzeptanz und die Globalisierung der Arbeiten unterstützt werden.
Verbunden ist hiermit auch die Einrichtung eines Büros in Brüssel, so dass eine formelle Einbindung von HL7 in europäische Projekte (wie bspw. epSOS) möglich wird.
In der Folge fand auch eine Namensänderung statt, es heißt jetzt statt "Affiliate Council" nunmehr "International Council". Außerdem wird die Zusammenarbeit mit IHE auf strategischer und inhaltlicher Ebene verstärkt.
Als neue Affiliates wurden Hong Kong und Luxemburg begrüßt. Außerdem liegt ein Petition von Pakistan vor.
International CouncilEin paar besondere Punkte seien hier genannt.
- USA: Vital Record Domain Analysis Model (Birth and Death Model)
- Norwegen: HL7 V3 und CEN im Einsatz als nationale Standards für die Kommunikation im Gesundheitswesen
- Frankreich: Terminologiearbeit CFGSR (Centre Francais de Gestion des Referentiels de Sante) – Einsatz von LOINC, HL7 und nationalen Standards
- Italien: Patient Summary und ePrescription auf Basis von CDA 2 V3, Register für OID, Value Sets, Templates
- Japan: CDA 2 und HL7 Version 2 für ePrescription
Patient AdministrationRené hat eine Reihe von Vorschlägen eingereicht, die Personen- und Patienten-Register betreffen, um die norwegischen Erfordernisse abzudecken. Hier wird vorgeschlagen, ein neues Encounter Model zu entwickeln.
Infrastructure and Messaging + Patient Administration + Financial ManagementDie Diskussion um die neuen Felder für die Kontaktinformationen ist noch nicht beendet. Hier wurde vielmehr aufgezeigt, dass die Ergänzungen von v2.6 zum Teil Kompatibilitätsprobleme aufweisen, weil in XTN eine neue Komponente für die Priorisierung aufgenommen wurde, diese aber in Konflikt mit den Anweisungen in den verschiedenen Feldern steht. Es wird hier deshalb eine Vorgabe benötigt, die eine Lösung aufzeigen soll. Anzustreben ist hier eine Vereinfachung der Implementierung mit Förderung von korrekt vorgenommenen Implementierungen, d.h. Probleme mit falschen Umsetzungen sollten in Kauf genommen werden. Im Zuge der SAEAF-Initiative und der v2/v3-Migration-Strategy-Taskforce wäre dies die einzig richtige Vorgehensweise, da immer mehr Architekturanforderungen umzusetzen sind.
RIMBAAHier wurden eine Reihe interessanter Implementierungen vorgestellt. Zwei davon habe eine DB2 PureXML Datenbank genutzt um HL7 V3 XML Ausschnitte zu speichern. Dazu kommt ein MIF basierter Code Generator.
Die Gruppe hat eine Reihe von Treffen in Europa vorbereitet, da es hier ein reges Interesse an diesen Ansätzen gibt. Das nächste ist am 11. März 2010 in Amsterdam.
Public Health ReportingEine internationale Zusammenarbeit mit Projekten in den USA zur einheitlichen Geburts- und Todesanzeige (Death und Birth-Certificates) wird angestrebt. Weitere Projekte befassen sich mit
- standardisierten Krebsregisterdaten, die aus elektronischen Patientenakten extrahiert werden,
- mit dem amerikanischem Impfregister und
- der Übertragung von Daten im medizinischen Notfall.
ITSEs wurde ein neues Proposal eingereicht, um eine RIM basierte ITS zu erstellen. Damit sollen die Elemente die RIM-Namen verwenden, und nicht mehr die Namen des Klassenklons. Damit sollen methodologie-konforme Entwicklungen möglich sein, die bisherige Methodologie im Hinblick auf die XML ITS war bisweilen problematisch für die Interoperabilität.
Structured Documents und CDAIn der Diskussion um die Inhalte von CDA Release 3 wurde wichtige Entscheidungen getroffen. So wird die „rechte Seite“ des Modells von CDA R3 auf dem RIM selbst aufbauen. Hier stand zur Diskussion, dass die CDA Entries wie bisher auf den Care Statements fußen.
Breiten Raum in der Structured Document Arbeitsgruppe nahmen vor allem die (bislang) US-zentrischen Implementierungsleitfäden ein. So wurde der Neonatal Care Report (NCR) und Implementation Guide for CDA Release 2.0 Procedure Note besprochen. Zwar waren diese Leitfäden für das Universal Realm vorgesehen doch stellte sich heraus, dass dort bisher noch zu sehr amerikanische Spezifikationen mit eingeflossen waren. Ähnliches war mit der CCD Spezifikation passiert. Es wird an einer Strategie gearbeitet, um in Zukunft besser auf die internationalen Bedürfnisse einzugehen und dennoch realm-spezifische Sachverhalte zu berücksichtigen.
Ein anderer Diskussionspunkt war der Entwurf von „Green CDA“, verbunden mit dem so genannten µITS Vorschlag. Im Prinzip geht es hier um ein „vereinfachtes“ CDA und eine „vereinfachte“ ITS, die es ermöglichen soll, leichter CDA-ähnliche Dokumente zu erstellen, die aber jederzeit in „echtes“ CDA übersetzt werden können.
Patient CareEines der wichtigsten Agendapunkte war in Phoenix die Entwicklung so genannter Detailed Clinical Models (DCM). Hier wurde der Zusammenhang mit den bisher vorliegen HL7-Standards und den DCMs breit und auch im Technical Steering Committee diskutiert.
HL7 v2.7Derzeit ist noch nicht abzusehen, wann v2.7 zur Verfügung stehen wird.
MedizingeräteIm Bereich der Medizingeräte tritt die IEEE/ ISO 11073- Reihe immer mehr in den Fokus. Auf Basis dieses Gerätestandards, der Terminologien wie LOINC und Snomed CT nutzt, werden erste Projekte zu Patient Care Devices in IHE umgesetzt.
SonstigesDie Arbeiten an den OID-Standards (Objekt-Identifikatoren), den Terminologiestandards (z.B. CTS 2 - Common Terminology Services), dem Einheitenstandard UCUM (Universal Codes of Units of Measure) und den Arzneimittelstandards (IDMP - Identification of Medicinal Products) wurden intensiv fortgeführt.
Die nächsten Working Group MeetingsDas nächste Working Group Meeting wird in Rio de Janeiro (Brasilien) stattfinden. Es wurde zudem beschlossen, das Treffen im Januar 2011 in Sydney stattfinden zu lassen.
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