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Bericht über Kyoto (2009/5)
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Frank Oemig (Ed.), Bernd Blobel
Die Besonderheit des HL7 Work Group Meetings in Kyoto, Japan, war die Verknüpfung mit der International HL7 Interoperability Conference (IHIC 2009). Trotzt dieser allgemein die Teilnehmerzahl fördernden Umstand lagen die Teilnehmerzahlen sowohl für die IHIC als auch für das HL7 Work Group Meetings deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt und somit auch weit unter den Erwartungen sowohl der Akteure als auch des HL7 HQ. Hier schlug insbesondere das für eine Organisation, die sich anschickt, international zu sein und global zu agieren, inakzeptable Fehlen vieler HL7-Aktivisten aus den USA durch.
HL7 Japan erwies sich als ausgezeichneter und umsichtiger Gastgeber. Räumlichkeiten und Infrastruktur überzeugten auch den letzten Skeptiker.
IHIC 2009 Im Vergleich zur IHIC 2008 in Heraklion war insbesondere die Zahl der zusätzlichen Satellitenveranstaltungen geringer, so dass die beiden Parallelveranstaltungen durch die kleine deutsche Delegation gut abgedeckt werden konnten.
Von den anwesenden HL7 International Affiliates wurde ein interessantes, nicht vordergründig asiatisch dominiertes Programm gestaltet, wobei nationale eHealth-Strategien, fortgeschrittene Architekturansätze und Lösungen zum EHR im Mittelpunkt standen. Dabei wurden am zweiten Tag der Rolle der Terminologien/Ontologien sowie der organisationsübergreifenden Zusammenarbeit eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Parallel wurde wieder ein IHE-Workshop durchgeführt.
HL7 Work Group Meeting Im Affiliates Council Meeting dominierten wieder die Reports der Repräsentanten der verschiedenen Strukturen und Organisationen von CEO, CTO, TSC bis hin zum Joint Initiative Council. Weitere Themen waren die nächsten WG Meetings außerhalb der USA - hier insbesondere das WGM in Rio de Janeiro 2010 - aber auch die Sicherung eines möglichst überzeugenden HL7-Auftritts während der MIE 2009 in Sarajevo und die Ergebnisse des Mandates 403 der Europäischen Commission.
Security WG Als Spiegelbild der Situation in vielen anderen WGs fehlten in den Security WG Meetings zwei der drei Chairs, wobei die späten Absagen Planung, Organisation und Durchführung zusätzlich erschwerten. Dennoch zeigten sich die in den USA gebliebenen WG-Mitglieder über die dennoch erreichte Zahl an Teilnehmern überrascht. Neben den üblichen Themen war die praktische Implementierung der Digitalen Signatur sowie die dazu erarbeiteten Leitlinien und nationalen Profile in Japan einen Schwerpunkt. Das setzte sich auch in den gemeinsamen Sitzungen mit der EHR WG, CBCC, Structured Documents und InM fort. Die intensiven und detaillierten Diskussionen kompensierten den Ausfall vieler Agenda Items wegen Abwesenheit der Verantwortlichen. Ein weiterer zeitraubender Tagesordnungspunkt war die Harmonisierung von ISO 27789 (Audit Trail) mit HL7 Audit Trail Messages, RFC 3881. Es konnte noch rechtzeitig die Notbremse gezogen, die zur Abstimmung vorbereitete ISO-Spezifikation gestoppt und das Projekt an das Joint Initiative Council überwiesen werden. Die entsprechenden Chairs Ed Hammond (JIC) und Jun Sik Kwak (ISO) agierten dabei außerordentlich hilfreich.
SOA WG Schwerpunkt der Aktivitäten der SOA WG waren die mit der Security WG gemeinsam bearbeiteten Projekten zu PASS (Privacy, Access and Security Services). Hier werden derzeit die Service Functional Model Specifications für Access Control sowie Audit entwickelt.
Architecture Review Board Sowohl der schleppende Fortgang und die geringe Akzeptanz sowie unzureichende Integration externer Experten in die Arbeiten des Architecture Review Boards zum SAEAF (Service Aware Enterprise Architekture Framework) Projekt kennzeichnete die Diskussion der wichtigen Arbeiten für ein HL7 Architektur-Framework auf dem Wege zur Sicherung semantischer Interoperabilität. In der Konsequenz wird das SAEAF-Projekt umgenannt und wahrscheinlich in ein HL7 Architecture Framework münden. Zur Überwindung der zitierten Probleme sollen in den WG Alpha-Projekte mit einem Architekturfokus statt der ausschließlichen Orientierung auf das Nachrichtenparadigma generiert und durchgeführt werden.
Implementation & Conformance Die Gruppe hat sich zwar nur für einen Tag zusammengefunden, aber dennoch sehr konstruktiv arbeiten können. Das Proposal #605 wurde intensivst besprochen und inhaltlich weiterentwickelt. Hierbei wurden weitere Klärungen der Begriffe "conformant", "compliant" und "compatible"erarbeitet. Diese sind auch bei der inhaltlichen Prüfung des ECCF (SAEAF Enterprise Conformance and Compliance Framework) relevant. Ausserdem kam man überein, den Titel des Proposals in "Conformance Documentation Hierarchy" abzuändern, da der alte Titel zu Fehlinterpretationen führt.
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