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HL7-Projektbüro Projekte
 Standardisierter Datenaustausch Dialyse/Nephrologie mittels HL7 Version 3
Projekt der HL7 Benutzergruppe Deutschland und der QiN Arbeitsgruppe des KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e. V. in Kooperation mit der
Klinik IV für Innere Medizin und dem
Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie
der Universität zu Köln
Spezifikationen v1.00 abgeschlossen 15. November 2004
Revision v1.52 abgeschlossen 13. Dezember 2005
Revision v1.53 abgeschlossen 3. April 2006
Revision v1.70 abgeschlossen 23. Mai 2006

 
 
Inhalt

Zusammenfassung
Anlass und Strategie der Spezifikation
Offizielle Dokumente

Zusammenfassung

Das Projekt „Standardisierter Datenaustausch Dialyse/ Nephrologie“ umfasst die Modellierung für den Nachrichtenaustausch für Dialyse und Nephrologie-Informationen im Rahmen des Dialyse/Nephrologie Datenmanagements mittels HL7 Version 3 Nachrichten und die dazugehörigen Methoden und funktionellen Spezifikationen.

In einem ersten Schritt sollen dabei zwischen Dialyse-Einrichtungen/Zentren und einer zentralen Sammelstelle für Daten zur Qualitätssicherung in der Nephrologie Informationen ausgetauscht werden. Die sendende Anwendung stellt dabei die Informationen nach Maßgabe der Nachrichtenspezifikationen zusammen, die Empfängerseite verarbeitet diese Nachricht in der Regel durch Speicherung der Informationen in einer Datenbank.

Für dieses Projekt wird aber bewusst nicht nur das direkte Umfeld, d. h. die Dialyse-Praxen/-Zentren und der Datensammelstelle, sondern auch die Einbindung in eine einrichtungsübergreifende Patientenversorgungsstruktur wie etwa Krankenhaus- und ArztpraxisInformationsysteme eingeschlossen. Bisher kann als eines der großen strukturellen Probleme des deutschen Gesundheitswesens die recht starke sektorale Trennung von ambulant und stationär betrachtet werden. Dies wurde durch jahrzehntelange parallele Entwicklung und daraus resultierenden unterschiedlichen EDV-Konzepten und Systemen gefördert. Während im Klinikbereich in den letzten Jahren eine Konsolidierung der Anbieter von Krankenhaus-Informationssystemen (KIS) festzustellen ist, kann dies auf dem noch sehr heterogenen Markt der Praxissoftware noch erwartet werden.

Anlass und Strategie der Spezifikation

Das Projekt wird betrachtet als ein Ansatz zur Einführung eines eindeutigen, standardisierten Austausches von Nachrichten, der im direkten und indirekten Umfeld der Dialyse/Nephrologie genutzt werden kann. Dabei kommt Organisationen wie dem KfH (Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. bzw. der Patientenheimversorgung PHV oder Fachgesellschaften wie der DDNÄ [Deutsche Dialysegesellschaft niedergelassener Ärzte]) Schrittmacherfunktion zu, besonders, wenn bereits Ansätze oder Realisationen zur „elektronischen Patientenakte“ vorhanden sind und damit zur Verbesserung und dem Ausbau der Versorgung, gestützt durch EDV, beigetragen werden soll.

Im Vordergrund von HL7 als Kommunikationsstandard steht die Interoperabilität von Anwendungssystemen im Gesundheitswesen. Sektorenübergreifende Kooperation ist ein wesentliches Konzept von HL7 Version 3. In Deutschland ist im Rahmen der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gerade eine solche Kooperation gefordert. Mehrere europäische Länder haben Version 3 zur nationalen Strategie ernannt.

Davon profitieren im vorliegenden Falle zum einen die Dialyseanbieter, die eine zukunftsfähige medizinische und wirtschaftliche transsektorale Kooperationen zum Ziel haben (z. B. MVZ SGB V § 95 Abs. 1, IV §§ 140 a-h ff). Sie müssen eigene Steuermöglichkeiten medizinischer Prozesse verbessern und auch z. B. im Sinne des Risk-Managements beeinflussen können. Durch die fundierte Berücksichtigung der Standardisierung und Nutzung allgemein üblicher Klassifikationen leisten Sie dadurch zusätzlich einen Beitrag zur epidemiologischen Forschung durch Datenbestände mit hoher Datenvalidität. Dies sind Schlüsselelemente zur so genannten "Versorgungsforschung", für die in Deutschland noch großes Potential gesehen wird. Dieses Projekt hat damit auch Schrittmacherfunktion für Deutschland bei der Versorgung chronisch Kranker

Zum anderen profitieren Patienten von der transsektoralen Kooperation und standardisierten Kommunikation über Organisationsgrenzen hinweg. Viele haben den Wunsch nach höherer Autonomie und Mobilität. Chronisch Kranke werden durch viele Ärzte und Einrichtungen behandelt. Hier ist eine möglichst umfassende Kommunikation von klinischen Befunden einschließlich der Medikation vorteilhaft. Gleichzeitig stellen Sie höhere Erwartungen an sichere und aktuelle die den internationalen Standards entsprechende Gesundheitsversorgung, die nur durch standardisierte Datenqualität eingelöst werden kann.

Schließlich sind Aspekte der Qualitätssicherung und -verbesserung in der Behandlung maßgeblich zu berücksichtigen. Die Anforderungen des SGB V zeigen ebenso eine Verpflichtung zur Sicherung der Qualität und Weiterentwicklung von qualitätssichernden Maßnahmen auf, die auch für Niedergelassene und andere Institutionen neben Krankenhäusern gilt. Hier ist auch das von der Bundesärztekammer (BÄK) diskutierte Dreistufenkonzept der Qualitätssicherung zu nennen, das aus freiwilliger Selbstverpflichtung, Auffälligkeitsanalyse und entsprechendem Daten-Monitoring auch vor Ort besteht. Hier sind alle Entscheidungsträger, Körperschaften wie KBV/GemBA gefragt, Weichen zu stellen für eine moderne, sektorenübergreifende Infrastruktur zur Erlangung dieser Ziele. Bei HL7 Version 3 steht dabei auch im Vordergrund, durch den Einsatz der EDV die dahinter stehenden Prozesse zu unterstützen (workflow). Dabei sollte die EDV den klinischen Prozessen folgen (und nicht mehr umgekehrt).

Auch in Deutschland ist in der Gesundheitspolitik mit der Telematikrahmenarchitektur und dem „bit4health“-Projekt und seinen Teilprojekten z. B. der eGK, die Bedeutung sektoral übergreifender Kommunikationsstandards erkannt und in den Konzepten verankert. Auch hier spielt HL7 Version 3 eine essentielle Rolle. Auch die europäischen Rahmenbedingungen zielen stark in dieselbe Richtung.

Nach gewisser Skepsis am Anfang beginnt nun auch die deutsche IT-Industrie auf immer breiterer Front, sich der Version 3 zu nähern und Anwendungssysteme HL7 Version 3 fähig zu machen. Für diejenigen, die die Chancen der Version 3 erkannt haben, tun sich kurzfristig neue Absatzchancen auf.

Die Familie der Version 3 Standards von HL7 ist in Deutschland nicht unbekannt. Bereits im Jahre 2000 wurde von der Arbeitsgemeinschaft Sciphox (http://www.sciphox.de) die Clinical Document Architecture (CDA) in Deutschland adaptiert und eingeführt. Das Sciphox-Projekt ist als Initiative zur Kooperation zwischen ambulantem und stationärem Sektor gestartet, im ambulanten Sektor unter anderem unter Beteiligung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, und hat seitdem kontinuierlich daran weitergearbeitet. Mittlerweile fußen eine ganze Reihe von Spezifikationen für medizinische Anwendungsszenarien wie Entlassbrief, Überweisung etc. auf CDA/Sciphox. Im Falle des hier fokussierten standardisierten Datenaustauschs in der Dialyse/Nephrologie mittels HL7 Version 3 geht es mehr um den Ansatz der klassischen Nachrichtenübermittlung.

Alles in allem haben die Konzepte, Strategien und die teilweise ja schon vorhandenen Erfahrungen im Einsatz die sektorenübergreifende standardisierte Kommunikation mit HL7 Version 3 zum Ziel. Was liegt mehr auf der Hand als dies mit den Standards der HL7 Gruppe zu bewerkstelligen, die über jahrzehntelange Erfahrungen und breiten Konsensus verfügen?

Offizielle Dokumente (aktueller Stand: 23-05-2006, v1.70)

Bezeichnung Version Stand Dokumenten-OID
Implementierungsleitfaden 1.00
 Konzept, Spezifikation und Implementierungsleitfaden
(1.4 MB eBook PDF)
1.0015-11-2006
2.16.840.1.113883.2.6.7.1
 Konzept, Spezifikation und Implementierungsleitfaden
(9.4 MB Full PDF)
1.00
15-11-2006
2.16.840.1.113883.2.6.7.11
 
Implementierungsleitfaden 1.53
 Konzept, Spezifikation und Implementierungsleitfaden
(1.8 MB PDF)
1.53 03-04-2006 2.16.840.1.113883.2.6.7.48
    
Implementierungsleitfaden 1.70
 Konzept, Spezifikation und Implementierungsleitfaden
(3 MB PDF)
1.7023-05-2006
2.16.840.1.113883.2.6.7.52
Implementierungsleitfaden 1.72 (technische Korrektur)
 Konzept, Spezifikation und Implementierungsleitfaden
(3 MB PDF)
1.72
13-02-2008
2.16.840.1.113883.2.6.7.60
 
Modellübersicht Mapping Tabelle
 Mapping-Tabelle nur Modellübersicht (60 kB)
11
15-11-2004
 

Standardisierter Datenaustausch Dialyse/ Nephrologie
 Mapping-Tabelle nur Modellübersicht (100 kB)

21
28-04-2006 2.16.840.1.113883.2.6.7.49
 
Mapping Tabellen und Supporting Documents
 Dialyse/ Nephrologie Mapping-Tabelle (340 kB)
11 15-11-2004 2.16.840.1.113883.2.6.7.12
    
 Dialyse/ Nephrologie Mapping-Tabelle (456 kB)27 29-07-2006
2.16.840.1.113883.2.6.7.54
 Dialyse/ Nephrologie Mapping-Tabelle (520 kB)32
13-02-2008
2.16.840.1.113883.2.6.7.61
 
 XML Schemas und Beispielnachricht (250 kB ZIP) 1.00 15-11-2004 -
 XML Schemas und Beispielnachricht (Supporting Documents, 16 kB ZIP) 1.70
26-06-2006-
- 
    



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