HL7 Mitteilungen
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Nummer: 29

Jahrgang 2011
25. Oktober 2011
Auflage: 800

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OID-Konzept für das Deutsche Gesundheitswesen

Einleitung


Beim standarisierten Austausch von Informationen mittels Nachrichten oder Dokumenten geht es auch um die eindeutige Bezeichnung und Benennung von Objekten und Konzepten. Dies gilt insbesondere bei der sektorenübergreifenden Kommunikation, in der Sender und Empfänger sich nicht notwendigerweise „kennen“.

Wichtig ist dabei der Unterschied zwischen Identifikationen (IDs) und Kodierungen. Eine ID deutet auf eine Instanz eines Objektes hin, z. B. eine bestimmte Person wie Patient oder Arzt, eine konkrete Laboruntersuchung oder ein Röntgenfoto. Eine Kodierung hingegen deutet ein Konzept an: Typ des Patient (z. B. ambulant), Typ des Arztes (z. B. Anästhesist), Typ der Laboruntersuchung (z. B. kleines Blutbild). Bei der Kodierung geht es nicht um ein bestimmtes Objekt.

OID sind weltweit eindeutige Kennzeichnungen für Objekte und sind in ISO/IEC 9834/1 normiert. Objekte sind persistente, wohldefinierte Informationen, Definitionen oder Spezifikationen und werden als Identifikationen (IDs) und Kodierungen wiedergegeben.

Nachrichten und Dokumente wie sie zum Beispiel im HL7 Version 3 Standard definiert sind, nutzen OID um Kodierungs-Schemas und Identifikationsbereiche zu bezeichnen. Dabei wird die Idee verfolgt, dass jede Identifikation bzw. jedes Kodierschema Teil des Systems ist, in dem sie definiert wurde. Beispiele sind Patientennummern, die innerhalb eines Krankenhauses ausgegeben werden, Arzt-Identifikationsnummern der Kammern oder Laboratoriums-Codes für Untersuchungen als LOINC-Codes. Dabei ist die Kombination aus der eigentlichen Identifikation (extension) und der ausgegebenen Instanz (Root-OID) zusammen genommen weltweit eindeutig.

In den bereits von der ISO anerkannten Datentypen, die innerhalb von HL7 definiert sind, geben so genannte II (Instance Identifier) in der root-OID die ausgebende Instanz (Organisation) an, der eigentliche Bezeichner wird im extension-Attribut untergebracht. (Anmerkung: In früheren Versionen der HL7 Version 3 Datentypen waren die extensions als EX- und die root OID als RT-Attribut definiert.)

2.16.840.1.113883.2.4.6.2.5432.1 ist die root-OID
z. B. 67543242 als extension (Patientennummer)

Eine entsprechende XML-Repräsentation ist

  <id extension="67543242" root="2.16.840.1.113883.2.4.6.2.5432.1"/>

Beim Datentyp CD (Concept Descriptor) wird das Kodiersystem ebenfalls durch eine OID angegeben, die tatsächliche Kodierung im Code-Attribut.

2.16.840.1.113883.6.3 ist die OID für das Kodiersystem ICD10
z. B. I59.13 ist der Code laut dieser Code-Tabelle für Appendizitis.

Eine entsprechende XML-Repräsentation ist

  <value code="I59.13" codeSystem="2.16.840.1.113883.6.3"/>

OID können von jeder Organisation ausgegeben werden, indem Sie eine eindeutige Wurzel-OID verwenden. Eine Nachricht oder ein Dokument kann OID aus verschiedenen Quellen nutzen, ein einzelnes Schema kann auch durch mehr als eine OID gekennzeichnet sein (d. h. eine OID von mehr als einer Organisation). Einmal zugewiesen, wird eine OID niemals zurückgenommen und bleibt ein gültiger Bezeichner für dasselbe Schema oder Objekt.

Link zum Konzept selbst und weiterführende Informationen


Es wurde ein OID Konzept für das deutsche Gesundheitswesen erarbeitet, das Sie bei unseren technischen Publikationen downloaden können.

Weitere Informationen zum Konzept und zum OID Register für das deutsche Gesundheitswesen finden Sie unter

http://www.dimdi.de/static/de/ehealth/oid/index.htm
 
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